Lorbeerwald Laurissilva

Madeira bedeutet auf portugiesisch Holz und die Insel erhielt diesen Namen wegen der Wälder, die bei ihrer Entdeckung auf ihr wuchsen. Die attraktiven Blütenpflanzen, die zu den heutigen Beinamen "Blumeninsel" und "Schwimmender Garten" führten, wurden erst im 18. Jahrhundert eingeführt, als reiche Kaufleute ihre Gärten

anlegten. Die ursprüngliche Flora kann man aber noch sehr gut finden und sie ist außergewöhnlich interessant. Den Lorbeerwald Laurissilva gibt es in dieser Form nur auf den makaronesischen Insel und gut erhalten nur auf Madeira, wo er 20 % der Oberfläche bedeckt. Er wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und gehört zu den Naturschutzgebieten der Insel. Die Ursprünge liegen im Erdzeitalter des Tertiär, als es auf der Erde deutlich wärmer war und der Lorbeerwald in beträchtlichen Teilen Europas die vorherrschende Flora war. Durch die klimatischen Änderungen während der Eiszeiten verschwand sie auf dem Kontinent und nur im gemäßigten Klima Madeiras konnten sich einige Arten halten. Die isolierte Lage hinderte aber zum Beispiel viele Baumarten mit schweren Samen und nicht flugfähige Tiere daran, die Insel zu erreichen.

Umgekehrt konnten sich dadurch auch neue Arten entwickeln, die es nur auf Madeira oder den makaronesischen Inseln gibt. Von den als einheimisch geltenden höheren Pflanzen sind fast ein Viertel endemisch, bei den niederen Pflanzen und den Tieren ist der Anteil noch höher. Die Zusammensetzung des Laurissilva von Madeira unterscheidet sich also erheblich von der des kontinentalen tertiären Lorbeerwaldes. Sie finden dieses faszinierende Relikt aus der Vergangenheit der Erde vor allem im Norden Madeiras in Höhen von 300 - 1300 Meter, wo es durch die Winde und Nebelniederschläge des Nordostpassats kühler und feuchter ist als im Süden.