Landwirtschaft

Für die Landwirtschaft bieten sich auf Madeira viele Hindernisse, auch wenn das große Angebot an verschiedenen Produkten und vor allem die herrlichen Früchte dies kaum erahnen lassen. Die steilen Hänge sind ohne Befestigung nicht zu nutzen. So entstanden Terrassen, die mit Mauern gesichert sind, um ebene Flächen für den Ackerbau

zu erhalten. Der Aufwand für die Instandhaltung der Poios und Socalcos ist hoch und oft nur mit Muskelkraft zu bewältigen, da Maschinen an sehr steilen Hängen nicht zu verwenden sind. Das zweite Problem ist die Wasserversorgung und auch dieses Problem wurde schon vor Jahrhunderten mit dem Bau der Levadas gelöst. Diese technische Meisterleistung bringt Wasser in jede Region der Insel, wo es benötigt wird. Aber fast 5000 Kilometer Kanäle mit Brücken, Tunneln und Mauern instand zu halten, ist viel Arbeit. Und auch hier können Maschinen oft nicht eingesetzt werden, da sie die Arbeitsstelle nicht erreichen können. Das dritte Problem ist die Düngung, da auch die fruchtbare vulkanische Erde bei der intensiven Nutzung ohne Düngung keinen dauerhaften Ertrag bringen kann. Heute besteht die Möglichkeit, mineralischen Dünger zu importieren, in früheren Jahrhunderten blieb nur die Viehhaltung, um mit den Ausscheidungen der Tiere die Felder zu düngen. Die unterschiedlichen Anforderungen der angebauten Pflanzen führen zu einer Schichtung der Feldfrüchte auf verschiedene Stufen - ähnlich wie bei den Vegetationsstufen der natürlichen Flora. Auf den tieferen Ebenen werden Pflanzen des Mittelmeerraums und Getreide angebaut: Wein, Orangen, Feigen, Weizen, Roggen, Mais usw.

Tropische und subtropische Früchte wie Bananen, Mango und Ananas finden auf etwas höher gelegenen Terrassen geeignete Bedingungen. In den Tälern wachsen Obstbäume aus Mitteleuropa wie Äpfel, Kirschen und Pflaumen. Die Hauptanbauprodukte sind Wein und Bananen, die auch exportiert werden. Der Eintritt Portugals in die EU hat zwar zu Problemen geführt, aber die Madeirenser haben sich damit arrangiert. Relativ problemlos ging dies beim Wein, dessen besondere Herstellung nicht mit den Richtlinien vereinbar ist. Als nationale Spezialität hat er aber schnell eine Sondergenehmigung bekommen. Schwieriger ist die Situation bei den Bananen. Hier werden verschiedene Sorten angebaut, die den vorgeschriebenen Kriterien in Größe und Form in 20 % der Fälle nicht entsprechen. Meist sind sie zu klein und/oder zu krumm - also essen die Madeirenser die hocharomatischen Früchte einfach selbst. Und wenn Sie die Gelegenheit haben, sollten Sie sie unbedingt probieren.