Weinherstellung ab: Die Gärung wird durch Zugabe von Weinbrand gestoppt, so dass eine deutliche Restsüße bleibt und ein hoher Alkoholgehalt von 17 - 22 Volumenprozent entsteht. Dann wird der Wein erhitzt und mehrere Jahre im Fass gelagert. Dies führt zu einer Teiloxidation, die bei anderen Weinen unerwünscht ist, beim Madeira aber einen Teil des typischen Geschmacks ausmacht. Mitte des 19. Jahrhunderts befielen Mehltau und Rebläuse die Weinberge und die Bauern führten robustere Traubensorten ein. Heute werden etwa 30 Rebsorten angebaut und veredelt, aber nur die Weine aus vier Trauben gehören nach den Regeln des Weininstituts von Madeira zu den Edlen. Aus der Sercial-Rebe werden leichte, trockene Aperitifweine gekeltert, aus Verdelho entstehen halbtrockene und sehr aromatische Weine und aus Bual-Trauben halbsüße und weiche Weine. Und natürlich gehören die süßen intensiven Dessertweine aus der Malvasia-Traube auch zu den Edelweinen.
An jeder Ecke kann man Poncha bekommen, den berühmt-berüchtigten schäumenden Cocktail der Insel. Er besteht zu je einem Drittel aus Aguardente (Zuckerrohrschnaps), Zuckerrohrhonig und Zitronensaft - sehr süß und sehr alkoholhaltig. Varianten werden mit Maracuja- oder Orangensaft oder auch Absinth gemischt. Dazu gehören Erdnüsse, die aber selbst geknackt werden müssen - geröstet und gesalzen aus der Dose sind sie ein schwerer Stilbruch. Ein weiteres beliebtes Mischgetränk ist Nikita. Aus Bier, Eiscreme und Ananasstücken zusammengesetzt ist es nicht jedermanns Geschmack. Der Shandy schließlich besteht aus Bier und weißer Limonade (meist 7´Up).