Geologie und Landschaft

Der Madeira-Archipel gehört mit seinen Nachbar-Archipelen Azoren, Kanaren und Kapverden zu den makaronesischen (glückseligen) Inseln, die alle durch Vulkantätigkeit entstanden sind. Zum Archipel gehören außer Madeira selbst noch die Insel Porto Santo und die zwei kleinen Inselgruppen Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens,

die unbewohnt sind. Die Insel ist auf einem "Hot Spot" entstanden, einem vulkanisch aktiven Zentrum, das nicht durch plattentektonische Aktivität verursacht wird. In mehreren vulkanisch aktiven Phasen haben die Ausbrüche verschiedener Krater einen Berg auf dem Meeresboden wachsen lassen. Der über Wasser liegende Teil der Insel ist dabei nur die Spitze eines Vulkansystems, das 4000 Meter tief auf dem Grund des Meeres wurzelt. Daher steigt die Insel steil an und ihre Küsten fallen ohne Sockel bis in die Tiefsee ab. Die letzte Phase vulkanischer Aktivität endete aber vor über 6000 Jahren, so dass ein Vulkanausbruch heute nicht zu befürchten ist. In dieser letzten Phase entstanden auch die Lavahöhlen von Sao Vicente. In der Landschaft spiegelt sich deutlich die Entstehung Madeiras wieder.

Die geologisch sehr junge Insel ist noch sehr gebirgig, da wenig Abtrag durch Erosion stattgefunden hat - der höchste Berg Pico Ruivo ist 1862 Meter hoch. Mehrere ihn umgebende Berge erreichen noch Höhen bis 1800 Meter. Die im Hochgebirge entspringenden Flüsse erreichen nach wenigen Kilometern das Meer - der längste Fluss Ribera da Janela ist nur 12 Kilometer lang. Daher haben sie ein starkes Gefälle ohne Schleifen und fließen als Wasserfälle über zahlreiche Stufen. Bei der Verwitterung bilden Vulkangesteine sehr fruchtbare Böden, die sich auf kleinen Hochplateaus (Achadas) und am Fuß von Hängen (Fajas) sammeln und intensiv für den Ackerbau genutzt werden. Das Hochgebirge ist dagegen steinig und unfruchtbar.